Avodah Zarah 57

Kapitel 57

א לחספניתא וחילופא סכנתא
1 gegen den Schorf; das Entgegengesetzte ist gefährlich.
ב חלא לסיבורי ומוניני לתעניתא וחילופא סכנתא תחלי וסיבורא סכנתא אישתא וסיבורא סכנתא כאיב עינא וסבורי סכנתא שני לדג דם שני לדם דג שלישי לו סכנתא
2 Essig nach dem Aderlaß und kleine Fische nach dem Fasten; das Entgegengesetzte ist gefährlich. Kresse und Aderlaß ist gefährlich; Fieber und Aderlaß ist gefährlich; Augenschmerzen und Aderlaß ist gefährlich. Aderlaß am zweiten [Tage nach dem] Fischgenusse; Fischgenuß am zweiten [Tage nach dem] Aderlaß; am dritten aber ist es gefährlich.
ג ת"ר המקיז דם לא יאכל חגב"ש לא חלב ולא גבינה ולא בצלים ולא שחלים אם אכל אמר אביי נייתי רביעתא דחלא ורביעתא דחמרא ונערבבינהו בהדי הדדי ונישתי וכי מפנה לא מפנה אלא למזרחה של עיר משום דקשה ריחא
3 Die Rabbanan lehrten: Wer sich zur Ader gelassen hat, esse kein Fett, keinen Käse, keine Zwiebeln und keine Kresse. Hat er gegessen, so vermenge er, wie Abajje sagte, ein Viertellog Essig mit einem Viertellog Wein und trinke es, und wenn er seine Notdurft verrichtet, so wende er sich [nicht] nach der Ostseite der Stadt, weil der Geruch sehr schlecht ist.
ד א"ר יהושע בן לוי מעלין אונקלי בשבת מאי אונקלי אמר רבי אבא איסתומכא דליבא מאי אסותא מייתי כמונא כרוייא וניניא ואגדנא וציתרי ואבדתא
4 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man darf am Šabbath das Onqeli heilen. — Was ist Onqeli? R.Abba erwiderte: Der Lappen des Herzens. — Welches Mittel gibt es dagegen? — Kümmel, Feldkümmel, Minze, Wermut, Satureja und Ysop.
ה לליבא בחמרא וסימנך (תהלים קד, טו) ויין ישמח לבב אנוש לרוחא במיא וסימנך (בראשית א, ב) ורוח אלהים מרחפת על פני המים לכודא בשיכרא וסימנך (בראשית כד, טו) וכדה על שכמה
5 Für das Herz mit Wein, und als Merkzeichen diene dir [der Schriftvers:] <i>der Wein erheitert das Herz des Menschen</i>. Gegen Wind mit Wasser, und als Merkzeichen diene dir [der Schriftvers:] <i>und der Wind Gottes schwebte auf dem Wasser</i>. Gegen Blutfluß [kuda] mit Met, und als Merkzeichen diene dir [der Schriftvers:] <i>und ihr Krug [kada] auf ihrer Schulter</i>.
ו רב אחא בריה דרבא שחיק להו לכולהו בהדי הדדי ושקיל ליה מלא חמש אצבעתיה ושתי ליה רב אשי שחיק כל חד וחד לחודיה ושקיל מלא אצבעיה רבתי ומלא אצבעיה זוטרתי אמר רב פפא אנא עבדי לכל הני ולא איתסאי עד דאמר לי ההוא טייעא אייתי כוזא חדתא ומלייה מיא ורמי ביה תרוודא דדובשא דתלי לה בי כוכבי ולמחר אישתי עבדי הכי ואיתסאי
6 R. Aḥa, Sohn Rabas, zerrieb sie alle zusammen, nahm fünf Finger voll und trank es. R. Aši zerrieb jedes besonders, und nahm [von jedem eine Prise] mit dem großen und dem kleinen Finger. R. Papa sagte: Ich habe dies alles ausprobiert, wurde aber nicht gesund, bis mir ein Araber folgendes verordnete. Man fülle ein neues Gefäß mit Wasser und tue darin einen Löffel Honig, sodann hänge man es auf unter freiem Sternen[himmel] und trinke es am folgenden Tage. Ich tat dies und genas.
ז תנו רבנן ששה דברים מרפאין את החולה מחליו ורפואתן רפואה ואלו הן כרוב ותרדין ומי סיסין יבישה וקיבת והרת ויותרת הכבד ויש אומרים אף דגים קטנים ולא עוד אלא שדגים קטנים מפרין ומרבין כל גופו של אדם
7 Die Rabbanan lehrten: Sechs Dinge heilen den Kranken von seiner Krankheit, und seine Heilung ist eine wirkliche Heilung, und zwar: Kohl, Mangold, Saft von getrocknetem Sison, Magen, Gebärmutter und Lebernetz. Manche sagen, auch kleine Fische; und noch mehr, kleine Fische machen auch gedeihen und kräftigen den ganzen Körper des Menschen.
ח עשרה דברים מחזירין את החולה לחליו וחליו קשה אלו הן האוכל בשר שור שומן בשר צלי בשר ציפרים וביצה צלויה ושחלים ותגלחת ומרחץ וגבינה וכבד וי"א אף אגוזים וי"א אף קשואין תנא דבי רבי ישמעאל למה נקרא שמן קשואין מפני שהן קשין לכל גופו של אדם כחרבות:
8 Zehn Dinge bringen den Kranken zum Rückfalle in seine Krankheit, und seine Krankheit wird noch schwerer, und zwar: Ochsenfleisch, fettes [Fleisch], gebratenes Fleisch, Geflügel, gebackene Eier, Kresse, Haarschneiden, das Bad, Käse und Leber. Manche sagen, auch Nüsse, und manche sagen, auch Gurken. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weshalb heißen sie Qišuín [Gurken]? Weil sie für den Körper des Menschen schädlich [qašin] sind wie Schwerter.
ט ואין מסתפרין מהן בכל מקום: ת"ר ישראל המסתפר מעובד כוכבים רואה במראה ועובד כוכבים המסתפר מישראל כיון שהגיע לבלוריתו שומט את ידו
9 M<small>AN DARF SICH NIRGENDS VON IHNEN SCHEREN LASSEN.</small> Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Jisraélit sich von einem Nichtjuden scheren läßt, so schaue er in den Spiegel; wenn ein Jisraélit einen Nichtjuden schert, so muß er, sobald er an den Schopf herankommt, die Hand davon lassen.
י אמר מר ישראל המסתפר מעובד כוכבים רואה במראה היכי דמי אי ברשות הרבים ל"ל מראה ואי ברשות היחיד כי רואה מאי הוי לעולם ברה"י וכיון דאיכא מראה מתחזי כאדם חשוב
10 Der Meister sagte, wenn ein Jisraélit sich von einem Nichtjuden scheren läßt, so schaue er in den Spiegel. In welchem Falle: wenn auf öffentlichem Gebiete, so ist ja kein Spiegel nötig, und wenn auf Privatgebiet, was nützt ihm das Schauen!? — Tatsächlich auf Privatgebiet, wenn er aber in den Spiegel schaut, erscheint er ihm als hochgestellter Mann.
יא רב חנא בר ביזנא הוה מסתפר מעובד כוכבים בשבילי דנהרדעא א"ל חנא חנא יאי קועיך לזוגא אמר תיתי לי דעברי אדר"מ
11 R. Ḥana b. Bizna ließ sich in einer Nebengasse von Nehardea͑ von einem Nichtjuden scheren. Da sprach dieser zu ihm: Ḥana, Ḥana, dein Hals paßt für das Schermesser! Hierauf sagte er: Geschieht mir recht, denn ich habe die Ansicht R. Meírs übertreten. —
יב ואדרבנן לא עבר אימר דאמור רבנן ברה"ר ברה"י מי אמור והוא סבר שבילי דנהרדעא כיון דשכיחי רבים כרה"ר דמו:
12 Etwa nicht auch die der Rabbanan, die Rabbanan erlauben es ja nur auf öffentlichem Gebiete, erlauben sie es etwa auch auf Privatgebiet!? — Er glaubte, die Nebenstraßen von Nehardea͑ gelten, da dort die Menge verkehrt, als öffentliches Gebiet.
יג ועובד כוכבים המסתפר מישראל כיון שהגיע לבלוריתו שומט את ידו: וכמה אמר רב מלכיה אמר רב אדא בר אהבה שלשה אצבעות לכל רוח ורוח
13 «Wenn ein Jisraélit einen Nichtjuden schert, so muß er, sobald er an den Schopf herankommt, die Hand davon lassen.» Bei welcher Entfernung? R. Malkeja sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Drei Finger auf jeder Seite.
יד אמר רב חנינא בריה דרב איקא שפוד שפחות וגומות רב מלכיו בלורית אפר מקלה וגבינה רב מלכיה
14 R. Ḥanina, Sohn des R. Iqa, sagte: [Die Lehren vom] Spieße, von den Sklavinnen und von den Grübchen sind von R. Malkiju; [die Lehren] vom Schopfe, von der Asche und vom Käse sind von R. Malkija.
טו אמר רב פפא מתני' ומתניתא רב מלכיה שמעתתא רב מלכיו וסימנא מתניתא מלכתא מאי בינייהו איכא בינייהו שפחות:
15 R. Papa sagte: Auf eine Mišna oder eine Barajtha bezügliches ist von R. Malkija, selbständige Lehren sind von R. Malkiju; als Merkzeichen diene dir: die Mišna ist Königin [Malketha]. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Lehre von] den Sklavinnen.